Letzte Nacht stellte ich um 2 Uhr die Klimaanlage ab und öffnete Fenster und Tür. Beim Wiedereinschlafen und bis zum Morgen störte mich unaufhörliches Hundegebell. Wann immer ich wieder wach war, bellte der Hund sozusagen pausenlos.
Um 6 Uhr war drum an Schlaf nicht mehr zu denken. Ich zog mich schnell an, fütterte die Katzen und ging zu Blacky. Der Hund bellte immer noch, nur 2 Häuser von Blacky entfernt. Ich kenne den Hund, einen Jagdhund, der zusammen mit einem kleinen Kumpanen im Garten dort lebt und immer bellt, wenn man vorbeigeht, aber eigentlich nur dann.
Kaum kam ich näher, löste sich das Rätsel des ewigen Gebells. Nicht weniger als 6 Hunde rannten uns entgegen. Sie hatten genau auf Höhe des Gartens auf dem Golfplatz in einer Sandmulde ihr Nachtlager gehalten, weshalb der Hund im Garten tobte.
Es waren nicht alles Streuner und bis auf zwei alles Rassenhunde: Ich hatte alle schon gesehen, ja einige kenne ich gut. Zum Glück, denn sonst wäre ich wirklich erschrocken, als sie allesamt bellend auf mich zurannten. Der Grösse nach waren es: ein grosser, dünner, roter, langhaariger Hund eines Arabers, ein Rassehund, dann Leika, Schäfermischling eines Anwalts, der meist bei Francis lebt (der Hund, nicht der Anwalt!). Leikas Tochter Greta, die Francis adoptiert hat, dann ein hübsches, aber sehr mageres weisses Zwergpudeli ohne Halsband und zwei reinrassige Kurzhaardackel (zumindest einer mit Halsband). Diese zwei halten sich glaub schon etliche Tage auch bei Francis' Hunden auf. Hunde suchen Gesellschaft, wenn sie nirgends zu Hause sind.
Den grossen Hund des Arabers fürchten viele. Er kam mir so nahe, dass ich ihn an Kopf und Hals kraulen konnte, und da schmiegte er sich an mich. Als das scheue Zwergpudeli das sah, näherte es sich auch und liess sich kurz berühren.
Dann machte ich mich mit Blacky auf den Weg, denn Blacky wird richtig eifersüchtig, wenn ich Greta oder Leika auch nur kurz streichle.
Auf dem Heimweg begegnete ich einer jungen Frau, die einhändig mit dem Golfwägeli fuhr, einen Säugling im Arm. Das ist der Baby-Morgenspaziergang à la Paraguay.
Wiedersehen nach 42 Jahren! Vor 42 Jahren war Silava Huwiler eine meiner besten und angenehmsten Schülerinen. Jetzt besuchte sie mit Mann und Tochter ihren Vater in Südamerika. Heute hatten wir sie zusammen mit Alfred, Susana und Ernst Reling zu einem Apéro. Weil es in Paraguay nach wie vor sehr heiss ist, sassen wir für einmal nicht draussen, sondern in der guten Stube zusammen.
Von links: Andrea, Silvana, Toni Huwiler, Vreni
Von links: Ernst Reling, Karl, der Mann von Silvana, Alfred
Toni im Gespräch mit Ernst Reling und Vreni als stille Beobachterin
Letzte Nacht stellte ich die Klimaanlage auf 25°C. Zwei Stunden später erwachte ich, trank kalten Tee, stellte mich draussen unter die Dusche und schaltete die Klimaanlage aus. Zwei offene Fenster und eine offene Tür sollten ab Mitternacht genügen. Fehlurteil!
Um 1 Uhr stellte ich in meinem Schlafzimmer wieder 29°C und eine Luftfeuchtigkeit von 77 % fest. Da blieb mir nichts anderes übrig, als wieder Fenster und Tür zu schliessen und mit Klimaanlage weiterzuschlafen.
Und heute Morgen kurz nach 7 Uhr, als wir draussen mit Alfred beim Kaffee resp. Tee sassen, tropfte mir der Schweiss vom Kinn. Unappetitlich!
Mit Blacky hab ich heute nur einen Kurzspaziergang unternommen. Ich glaub, es war ihm auch recht bei der Hitze.
Davidoff 3000 "Die dünnste und laut Hersteller leichteste Cigarre aus der Serie Mille ist nicht nur ein sehr elegantes Stück für Aficionadas, sondern, vor allem für die Weinfreunde unter den Cigarrengeniessern, ein sensorisches Schmuckstück, tagsüber oder als erste Cigarre des Abends.
Das klassische cubanische Format Ninfas ist nicht mehr weit verbreitet, der schlanke Rauch, der ohne den Mundraum opulent zu füllen, direkt am Gaumen und auf der Zunge landet, lässt andere Aromenträger bestens zu. Also, Wein- und Cigarrenfreunde, Mut zur Schlankheit! Das schöne Connecticut-Deckblatt schmeichelt der langen Cigarre, die verhalten nach Zedernholz und hellem Tabak duftet.
Zwar scheint der kalte Zug ein wenig staubig zu sein, angezündet ist die 3000 recht schnell auf der richtigen Temperatur gelandet und überzeugt durch cremigen, leicht floralen, wenig würzigen Rauch.
Der Zug ist einwandfrei, der Abbrand schnurgerade und unkompliziert.
Die Asche des kompakten Kegels, der für das schlanke Format sehr lange auf der Glut besteht, ist hell und weich.
Komplexität lässt bis zum Ende des ersten Drittels auf sich warten, mehrdimensionale sensorische Eindrücke bis zur Hälfte der Rauchverlaufs.
In dieser Phase fühlt sich der eingeschworene Raucher noch etwas alleine. Nach der Hälfte erfolgt eine, immer noch harmonisch eingeleitete, Steigerung, noch ein paar Züge später erfüllt die Cigarre jeden Wunsch nach mildem Tabakgenuss."
Noch Fragen? So beschreibt ein Cigarren-Profi in der Zeitschrift "cigar clan" nach getätiger Degustation, was ihm dabei durch den Kopf resp. den Gaumen gegangen ist. Ganz am Schluss erfährt der geneigte Leser dann noch den Einzelpreis der Davidoff 3000. Er beträgt CHF 14.50.
Impressionen auf einem Morgenspaziergang Fast wolkenloser Himmel bei angenehmer Temperatur. In der Nacht hatte ich seit vielen Wochen erstmals eine Decke gebraucht. Blacky erwartet mich schon. Freudig rennt er hinaus auf dem Golfplatz und schaut zurück, weil er nicht weiss, welche Richtung ich einschlage. Beim Palast (monumentales Haus, das im Bau ist und nahe bei Kurts Haus liegt) macht Blacky immer eine Runde auf der Suche nach Knochen. Heute findet er keinen.
Weiter unten rennen die vier Liliputhündchen dem Gitter entlang. Blacky rennt immer hin, "freut sich" glaub, dass die Hündchen bellen und ihm innerhalb ihres Reviers nachjagen.
Bei einer neuen Baustelle grüsse ich einen Arbeiter, der Ziegel aus einem Lastwägelchen auslädt. "Buenos días, Señora, como va?" antwortet er mit lauter Stimme. Also freundlich ist das einfache Volk.
Indem ich mich auf einen Stein setze und warte, gelingt es mir, Blacky an die Leine zu nehmen. Keine 50 m später begegnen wir auf dem Strässchen beim Wäldchen einer riesigen Vogelspinne. Sie überquert das Strässchen langsam. Ich bin froh, dass ich Blacky an der Leine habe. Ich glaub, jeder Paraguayer zertritt diese Spinne. Im Haus möcht ich sie ja auch nicht, aber in der Natur hat sie doch ihre Berechtigung.
Weiter oben ist neben einer neueren Villa ein Auto parkiert, auf dessen Heckscheibe in grossen Buchstaben steht: "Aqui anda un vencedor". Hier fährt ein Sieger. Was für ein Hochangeber, denke ich, aber bei näherem Hinschauen sehe ich, dass in etwas kleinerer Schrift darunter steht, weil Gott ihn liebe.
Blacky liefere ich bei Claudia ab. Dort wird er sich ein paar Stunden zusammen mit ihren Hunden vergnügen.
Daheim entdecke ich eine gelbe Ameisenstrasse. Zum Glück sind es nicht die Blattschneiderameisen, die in einer Nacht einen Strauch kahlfressen können. Sie sammeln die kleinen gelben Blüten unseres "Tellerbaumes" und tragen sie als Nahrung für ihre Brut ins Nest.
Immer wieder mal was Neues Gestern hatte ich auf der Gemeindeverwaltung (Municipalidad) zu tun. U.a. wollte ich die Liegenschaftssteuer für das laufende Jahr bezahlen. Wie immer hatte ich die letztjährige Rechnung bei mir. Aber für einmal hatte ich die Kreativität der paraguayischen Büroktratie unterschätzt. "Wo hast du die Kopie des Titulos (amtliches Dokument, das mich als Besitzer ausweist)", fragte die freundliche junge Dame. Ich schüttelte verständnislos den Kopf und erwiderte, dass bis jetzt die letztjährige Rechnung immer genügt hätte, um die Steuern zu bezahlen. Mein Argument verfing leider nicht.
So kopierte ich halt zu Hause den Titulo und beehrte heute die Municipalidad von Hernandarias noch einmal mit meinem Besuch. Und dann ging alles sehr schnell. In weniger als fünf Minuten war die neue Steuerrechnung erstellt und an der Kasse bar bezahlt.
Die gute Nachricht ganz zum Schluss: Zum ersten Mal seit 2004 ist die Liegenschaftssteuer nicht höher als im Vorjahr!
Sommer Er ist voll da. Gestern Nacht hatte ich um 22 Uhr in meinem Zimmer 30°C, und Jürg mass heute um 6 Uhr 31°C. Er schläft trotzdem wie ein Murmeltier im Winterschlaf. Ich bin dreimal draussen unter die Dusche gestanden, pflotschnass zurück ins Bett gegangen, und keine halbe Stunde später war alles wieder trocken. Zweimal habe ich eine Zeitlang die Klimaanlage laufen lassen, aber bei geschlossenen Fenstern schlaf ich ohnehin nie gut.
Täglich ist Gewitter angesagt; Wolken tauchen auf und werden von einem heissen Wind verblasen.
Silvesternacht in Alfreds Quincho Alfred hatte zu einer intimen Silvesterfeier in kleiner Runde geladen. Um 23 Uhr sassen wir alle in der klaren Vollmond-Jahresendnacht zusammmen. Wir alle will heissen: Alfred und Susana, Hasi und Rosmarie, Hasis paraguayischer Anwalt mit Tochter und Assistentin, Rolf Schällibaum mit Christa, seiner charmanten Besucherin aus Lugano, sowie Vreni und Jürg.
Alfred und Hasi
Rolf Schällibaum (etwas unglücklich in die Welt schauend?), Christa und Vreni
Die paraguayischen Musiker, hier ohne...
...und hier mit den drei Trompetern
Die Gäste (von links Vreni, Alfred, Alfreds paraguayischer Anwalt, die Tochter des Anwalts, die Assistentin des Anwalts, Christa, Hasi) haben sich in Reih und Glied aufgestellt, um den Musikern die Ehre zu erweisen.
Wäscheleine mit Vollmond
Duschkopf mit Feuerwerk
Wir wurden mit Champagner und feinem Kleingebäck und einem ebenso lauten wie beeindruckendem Feuerwerk verwöhnt.. Alfred und die beiden Anwälte betätigten sich als Feuerwerker.
Nachdem wir bereits um 23 Uhr das alte Jahr mit Champagner verabschiedet hatten, begrüssten wir um Mitternacht die neue Dekade und das neue Jahr selbstverständlich auch mit Champagner.
Werde 2010 für alle Menschen ein glückliches und erfülltes Jahr!
Genieß die Gegenwart mit frohem Sinn, sorglos, was dir die Zukunft bringen werde. Doch nimm auch bittern Kelch mit Lächeln hin - vollkommen ist kein Glück auf dieser Erde.
Horaz (65 v. Chr.-8 v.Chr.), römischer Dichter
Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern dieser Seite ein glückliches 2010 bei guter Gesundheit.